
Surreale und groteske Prosaminiaturen. Aus dem Polnischen von Gregor Simonides und Tobias Rößler. Mit einer Einführung von Rolf Fieguth
Jerzy Afanasjew
In diesen meisterhaften Miniaturen entfaltet sich eine Welt zwischen Traum, Erinnerung und Abgrund, die das Vertraute ins Flirren bringt. Jede Erzählung öffnet einen neuen Riss in der Wirklichkeit – poetisch, düster, ergreifend. Sie zeichnen Porträts von Außenseitern, Gauklern und Getriebenen – Menschen, die am Rand ihrer Existenz balancieren, bis das Komische ins Unheimliche kippt und das Leichte vom Schatten berührt wird. ...
Roman. Übersetzt und herausgegeben von Sabine Krause
Iulian Ciocan
Der Rentner Oleg, der Schriftsteller Octavian, Tantchen Frosea … Sașa Kozak ist ein tragischer Held unter vielen. Zwischen den neugierigen Blicken seiner Nachbarn und den Winkelzügen gerissener Bürokraten ist seine Welt ein ständiger Überlebenskampf, in dem er nicht nur seine Illusionen über das Leben, sondern auch die Kontrolle über seine Entscheidungen verliert und in einen Strudel aus Komik und Tragik gerät.
Erzählungen aus Guinea-Bissau
Waldir Araújo, Amadú Dafé, Edson Incopté, Claudiany Pereira und Marinho de Pina
Fünf literarische Stimmen aus Guinea-Bissau erzählen: von der provisorischen Verrücktheit des Lehrers Baltazar, der eines Tages nicht mehr im Gymnasium erscheint. …
Mit großer Sensibilität nähern sich die Geschichten den Herausforderungen des Lebens. Eins haben sie dabei alle gemein: Sie sprühen vor Lebendigkeit und Originalität.
Aus dem Nordsamischen von Christine Schlosser
Nils-Aslak Valkeapää
Das Epos Sonne, mein Vater lässt den samischen Joik-Gesang neu erblühen. Es erzählt von der Geschichte eines indigenen Volkes und webt reiche Traditionen und schamanische Rituale zu einem lebendigen Teppich aus lyrischen Bildern. Ausgezeichnet mit dem Literaturpreis des Nordischen Rates (1991) fängt das Werk die zarte Verbindung zwischen Mensch und Natur ein – ihre Zuneigung sowie ihre vergängliche Schönheit.
Roman. Übersetzt und herausgegeben von Julia Richter
Iulian Ciocan
Ein alles verschlingender Abgrund mitten in der Stadt – für den korrupten Beamten Nistor Polobok ist das mehr als ein mysteriöses Loch im Asphalt. Mit jedem Tag wird der Riss breiter. Er verschlingt Häuser, Menschen und bald die halbe Stadt.
In Albträumen wird Polobok von seiner Vergangenheit heimgesucht. Eine Wahrsagerin offenbart ihm: Nur wenn er „die Königin der Kelche“ um Vergebung bittet, kann er die Katastrophe abwenden. Doch wer ist sie? Seine betrogene Ehefrau? Eine seiner Geliebten? Oder jene Journalistin, deren Kamera er einst im Zorn zerstörte?
Erzählung. Mit Illustrationen von Steffen Faust
Lydia Schieth
Sachsen zwischen April 1813 und September 1814: In Dresden und Leipzig leitet der Jurist, Dichter und Komponist E. T. A. Hoffmann ein angesehenes Opernensemble. Täglich ist er dabei mit den verheerenden Folgen der Napoleonischen Befreiungskriege konfrontiert. Und dennoch arbeitet er unermüdlich an Geschichten, vollendet sein Märchen Der goldne Topf, verfasst Musikkritiken, komponiert die romantische Oper Undine und kommentiert das politische Geschehen in Karikaturen.