
Aus dem Französischen von Hilde Fieguth
Maurice Zermatten
Eine unerwartete Begegnung reißt den Maler Philipp Thavernier aus seinem ungestörten Morgen. Längst vergessen geglaubte Erinnerungen wecken in ihm den Wunsch nach der Rückkehr in die Berge: hinauf in das abgelegene Dorf, wo er als kleiner Junge glückliche Monate verbrachte.
Hoch oben in Zampé lebte östlich des Großen Abgrunds eine eingeschworene Gemeinschaft, im Winter durch die ständig drohenden Lawinen abgeschnitten von der Außenwelt. Doch Philipp findet das Dorf nicht mehr, nicht einmal die Ruinen. Was ist nur aus dem Paradies seiner Kindheit und dessen Bewohnern geworden? Er begibt sich auf Spurensuche.
Roman. Übersetzt und herausgegeben von Sabine Krause
Iulian Ciocan
Der Rentner Oleg, der Schriftsteller Octavian, Tantchen Frosea … Sașa Kozak ist ein tragischer Held unter vielen. Zwischen den neugierigen Blicken seiner Nachbarn und den Winkelzügen gerissener Bürokraten ist seine Welt ein ständiger Überlebenskampf, in dem er nicht nur seine Illusionen über das Leben, sondern auch die Kontrolle über seine Entscheidungen verliert und in einen Strudel aus Komik und Tragik gerät.
Erzählungen aus Guinea-Bissau
Waldir Araújo, Amadú Dafé, Edson Incopté, Claudiany Pereira und Marinho de Pina
Fünf literarische Stimmen aus Guinea-Bissau erzählen: von der provisorischen Verrücktheit des Lehrers Baltazar, der eines Tages nicht mehr im Gymnasium erscheint. …
Mit großer Sensibilität nähern sich die Geschichten den Herausforderungen des Lebens. Eins haben sie dabei alle gemein: Sie sprühen vor Lebendigkeit und Originalität.
Aus dem Nordsamischen von Christine Schlosser
Nils-Aslak Valkeapää
Das Epos Sonne, mein Vater lässt den samischen Joik-Gesang neu erblühen. Es erzählt von der Geschichte eines indigenen Volkes und webt reiche Traditionen und schamanische Rituale zu einem lebendigen Teppich aus lyrischen Bildern. Ausgezeichnet mit dem Literaturpreis des Nordischen Rates (1991) fängt das Werk die zarte Verbindung zwischen Mensch und Natur ein – ihre Zuneigung sowie ihre vergängliche Schönheit.
Roman. Übersetzt und herausgegeben von Julia Richter
Iulian Ciocan
Chișinău: An der Peripherie des maroden Breschnew-Imperiums kündigt sich ein epochaler Wandel an. Davon unberührt lebt der Jungpionier Iulian für seine Ideale.
Mit bissigem Humor, viel Mitgefühl und einem scharfen Blick für die grotesken Details des Alltags in der UdSSR porträtiert Iulian Ciocan den Homo sovieticus – von einfachen Arbeitern und mürrischen Kriegsveteranen bis hin zu korrupten Apparatschiks. Sie alle suchen ihren Weg zwischen den sowjetischen Idealen und den Möglichkeiten des realen Lebens
Erzählung. Mit Illustrationen von Steffen Faust
Lydia Schieth
Sachsen zwischen April 1813 und September 1814: In Dresden und Leipzig leitet der Jurist, Dichter und Komponist E. T. A. Hoffmann ein angesehenes Opernensemble. Täglich ist er dabei mit den verheerenden Folgen der Napoleonischen Befreiungskriege konfrontiert. Und dennoch arbeitet er unermüdlich an Geschichten, vollendet sein Märchen Der goldne Topf, verfasst Musikkritiken, komponiert die romantische Oper Undine und kommentiert das politische Geschehen in Karikaturen.