
"die ganze welt, weit
weiden, fjälls
wind, über dem land
und der himmel, blau, hoch"
Das Epos Sonne, mein Vater lässt den samischen Joik-Gesang neu erblühen. Es erzählt von der Geschichte eines indigenen Volkes und webt reiche Traditionen und schamanische Rituale zu einem lebendigen Teppich aus lyrischen Bildern. Ausgezeichnet mit dem Literaturpreis des Nordischen Rates (1991) fängt das Werk die zarte Verbindung zwischen Mensch und Natur ein – ihre Zuneigung sowie ihre vergängliche Schönheit.
Nils-Aslak Valkeapää (1943–2001) zählt zu den bedeutendsten Stimmen der Sámi. Als Poet, Künstler und Aktivist stärkte er die Kultur seines Volkes und verdichtete ihre Erfahrungen zu Kunst, die trägt und erinnert.
Christine Schlosser war nach ihrem Studium der Romanistik, Hungarologie und Finnougristik in Berlin und Göttingen unter anderem am Finnisch-Ugrischen Seminar der Georg-August-Universität Göttingen tätig. Neben ihrer Arbeit als freie Literaturwissenschaftlerin übersetzt sie aus dem Ungarischen und Samischen. Sie hat Lyrikbände von Inger-Mari Aikio, Rauni Magga Lukkari und Niillas Holmberg sowie zusammen mit Johanna Domokos und Michael Rießler die Anthologie Worte verschwinden / fliegen / zum blauen Licht. Samische Lyrik von Joik bis Rap (2019) vorgelegt.